Wasser ist wie Geld, es ist nicht weg es ist nur woanders… aber schlimm, wenn nicht mehr genug Grundwasser in unseren Gemeinden, Kommunen und Städten vorhanden ist

Unser Trinkwasser gehört uns allen!

Das sehen einige GroĂźunternehmen allerdings komplett anders.

Klimawandel und andere menschgemachte Ursachen haben viele Regionen aktuell mit einem sinkenden Grundwasserspiegel und Wasserknappheit zu kämpfen. Im Sommer müssen viele Kommunen zum Wassersparen aufrufen. Auf der anderen Seite verkaufen und verpachten Kommunen die Trinkwasserbrunnen, die der gesamten Bevölkerung gehören, an Grußunternehmen und Discounter, die ihrerseits das kostbare Nass fördern und zum Beispiel als Trinkwasser abfüllen und teuer an die Bevölkerung verkaufen. Das erscheint äußerst grotesk, wird aber mit Hinsicht auf hohe Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen zumindest erklärbar – sinnvoll und verbraucherfreundlich aber lange nicht. Im Gegenteil!

Wasser ist ein gefährdetes Gut

Die ARD berichtete in Ihrer Reportage „Bis zum letzten Tropfen“ ĂĽber diese Wasserknappheit und den sinkenden Grundwasserspiegel am Beispiel LĂĽneburg und Coca Cola. Es wurden neue Brunnen fĂĽr die Produktion und AbfĂĽllung von „Vio“ Mineralwasserflaschen gebohrt. Experten machen die Sorge deutlich, dass durch diese Brunnen der Grundwasserspiegel in der Region weiter fällt und die Region austrocknet, auch wenn dieses Projekt derzeit ruht, weitere werden durchgefĂĽhrt. Seit 2020 wurden so viele Tiefststände des Grundwassers gemessen, wie nie zuvor. Andere Quellen werden still gelegt.

Mineralwasser AbfĂĽllung Produktion

Deutschland mit höchster Wasserverlust weltweit

Aufnahmen von NASA-Satelliten verdeutlichen den Wasserverlust von ca. 2,5 km³/Jahr, das entspricht der Menge des Bodensees innerhalb von 20 Jahren. Das zählt mit zum höchsten Wasserverlust weltweit und findet derzeit in Deutschland statt. Und besonders prekär am Beispiel Lüneburg: Einwohner bezahlen für Trinkwasser 2,73€/m³ aber der Großkonzern nur 0,18€/m³!

2,73 €

vs.

0,18 €

Beispiel AltmĂĽhltaler und Aldi Nord

Der Bayerischer Rundfunk berichtet, dass im mittelfränkischen Treuchtlingen neue Brunnen geplant sind. Für Discounter wird Mineralwasser in Plastikflaschen abgefüllt. Pro Jahr dürfen das 250 Millionen Liter Mineralwasser sauberstes Tiefengrundwasser fördern werden und weitere 260 Millionen Liter werden aus anderen Brunnen gepumpt um – in den meisten Fällen zuckerhaltige – Limonade daraus herzustellen.

250 Mio
260 Mio

Beispiel WeiĂźenburg-Gunzenhausen

Da das höhere Grundwasser zunehmend Spuren von Umweltgiften und Rückständen aus der Landwirtschaft auswies, wurde tiefer gebohrt. Nahezu drei Milliarden Liter Wasser werden da nach oben gepumpt. Wenn massenweise Wasser entnommen wird, sinkt der Grundwasserspiegel und der Boden gibt nach – mit Auswirkung auf die Häuser, die auf ihm stehen: Die Häuser bekommen Risse und drohen einzustürzen.

Beispiel Weiding, Landkreis Mühldorf

Das Unternehmen InnFood mit Sitz in Polling im Landkreis Mühldorf produziert Nahrungsmittel für Babys und Kleinkinder sowie Biolebensmittel. BR24 zufolge plant InnFood, auch Tiefengrundwasser zu fördern und zu verkaufen und hat dazu einen Antrag beim Mühldorfer Landratsamt gestellt. Ziel ist es, Mineralwasser für den Einzelhandel abzufüllen. Die kommerzielle Grundwassernutzung ist allerdings auch da umstritten.

Appell gegen diese Privatisierung

Die aktion.campact.de hat sich dieses Themas angenommen und ruft zur Unterzeichnung eines Appells gegen die Privatisierung unseres Wassers auf.
„Die Klimakrise verknappt das Wasser – auch bei uns in Deutschland. Konzerne wie Aldi und Red Bull verschärfen das Problem, denn sie kaufen uns das Trinkwasser weg. Während die Unternehmen damit Profite einfahren, droht den BĂĽrger*innen das Wasser auszugehen.“

Jede Dürreperiode führt zu einer Verschärfung des Wassermangels, was dazu führt, dass viele Unternehmen gezielt Brunnen und Pumpwerke erwerben, um ihre Gewinne trotz der Klimakrise zu sichern. Allerdings führt dies dazu, dass das Wasser für uns Bürger*innen immer knapper wird.

Als Menschenrecht sollte der Zugang zu Trinkwasser Vorrang vor den Interessen von Konzernen haben. Deshalb fordern wir, dass die Wasserversorgung im nationalen Interesse priorisiert wird und nicht in den Händen von Unternehmen liegt. Wir fordern ein Ende der Privatisierung von Trinkwasser und eine klare Positionierung in der Nationalen Wasserstrategie.

BestElements ist dabei und unterstĂĽtzt diesen Aufruf

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