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Trinkwasserprobleme PFC/PFAS Nitrat Arzneimittel beseitigen

  • Wasserproben Trinkwasser

Trinkwasserprobleme PFC/PFAS Nitrat Arzneimittel beseitigen

Belastung durch PFC/PFAS

Die aktuelle Belastung von PFC/PFAS in 1500 Städten in Deutschland nehmen auch öffentlich-rechtliche TV-Sender zum Anlasse fĂĽr Diskussionsbeiträge und Erklärungen. Experten in einer ARD-Sendung gehen auf das Thema konkret ein und offenbaren teils erschreckende Detail um Trinkwasser, unser [Zitat aus der Expertenrunde] „bestgeprĂĽftes“ Lebensmittel. (was seit einem Gerichtsurteil allerdings so nicht mehr bezeichnet werden darf).

Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) oder auch Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) oder auch PFT (perfluorierte Tenside) genannt, sind künstlich hergestellte Chemikalien, die über schmutz-, wasser- und fettabweisende Eigenschaften verfügen. Sie werden in Kleidung, Haushaltprodukten, in Imprägniersprays und vielen weiteren Produkten des täglichen Bedarfs eingesetzt. Es sind kurz- und langkettige Moleküle aus Kohlestoffatomen in Verbindung mit Fluoratomen.

Diese Substanzen wurden im Wasserwerk zufällig im Trinkwasser entdeckt, nachdem PFC/PFAS aus dem Grundwasser durch Kompostdünger für die Landwirtschaft, mit Abfällen aus der Papierindustrie verunreinigt war (2004, 2006). Seitdem ist das massive Problem bekannt. Die Filter der Wasserwerke können nichts gegen PFC ausrichten, so der Leiter eines Wasserwerkes einer 50.000-Einwohner Stadt in Deutschland.

Abwasser

PFC/PFAS Steckbrief

  • PFC/PFAS-Stoffe werden nicht von Trinkwasserverordnung erfasst

  • PFC/PFAS ist nicht biologisch abbaubar

  • Etwa 4.700 PFC/PFAS Verbindungen sind in Umlauf

  • PFC/PFAS sind auf der ganzen Welt nachweisbar

  • Sie verbreiten sich A.) mit der Luft, und kommen mit Regen und Schnee auf die Erde

  • B.) beim Waschen von Kleidung und gelangen damit direkt in den Wasserkreislauf

  • und C.) beim DĂĽngen in der Landwirtschaft mit kontaminierten IndustrierĂĽckständen ĂĽber das Grundwasser in den Wasserkreislauf

  • In der Landwirtschaft wurden PFC/PFAS u.a. in Getreide, vielen GemĂĽsesorten und FrĂĽchten nachgewiesen

Wie gefährlich sind PFC/PFAS für Mensch und Umwelt?

  • Wir haben kein Wissen darĂĽber, wie sich PFC/PFAS in der Umwelt verhalten, es ist seit 2006 erst bekannt, dass es sich um ein Problem handelt. Es fehlen aus umwelttoxikologischer Sicht die analytischen Verfahren um alle Substanzen in der Umwelt nachzuweisen.

  • Hersteller und Importeure sind nicht verpflichtet, zu deklarieren, wieviel Stoffe in den Materiealien der Produkte enthalten sind. Berechnungen sind kaum möglich.

  • Kein Wissen, wie viele Substanzen in der Umwelt sind, ĂĽber welche Wege sie sich noch verbreiten und es ist nicht abschätzbar, inwieweit sie in die Nahrungskette gelangen.

  • Die Auswirkung in der Umwelt ist unbekannt, da keine analytischen Verfahren existieren.

Wassertest Feld

Warum sind diese Stoffe dann erlaubt?

Die Stoffe sind seit 50 Jahren im Gebrauch, Verdachtsfälle wurden bisher aufgegriffen. Die Beweislast liegt inzwischen bei Herstellern. Bei der Bewertung kommt man jedoch nicht hinterher. Zig Tausend Chemikalien können im Wasser enthalten sein und müssten erst erkannt werden, was aber aufgrund der Menge nur über Indikatorsubstanzen durchgeführt wird, die dann lediglich Rückschlüsse zulassen. Offizielle Grenzwerte können noch nicht ermittelt werden.

Gewinnung unseres Trinkwassers

Wasserprobe

Weitere Schadstoffe im Trinkwasser

Uran im Grundwasser

Uran ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Schwermetall, welches in Böden, Gesteinen und Wasser weit verbreitet ist. Abhängig von der geologischen Herkunft kann es in Lebensmitteln, Futtermitteln sowie Trink- und Mineralwässern vorkommen.

Nitrat

Nitrat ist die Substanz, die unser Trinkwasser am meisten gefährdet und belastet. Nitrat gelangt durch Tiermast und Gülle über landwirtschaftliche Düngung in das Grundwasser. Der Nitratgehalt kann nur schwierig gesenkt werden, da nicht einfach auf die Landwirtschaft eingewirkt werden kann. Weniger Düngung bedeutet weniger Ertrag und ist schwer durchzusetzen.

Arzneimittel: Trinkwasser mit Medikamentenresten

  • 10-15% aller Arzneireste werden achtlos entsorgt
  • Medikamentenwirkstoffe werden vom Körper ausgeschieden
    • Antibiotika bis zu 70%
    • Grippemittel wie Tamiflu 80-90%
    • Diabetesmedikament Metformin zu 100% in die Umwelt
  • Antibabypille

Stoffe aller pharmakologischer Substanzklassen sind im Wasser nachweisbar. Die gänzliche Filterung im Wasserwerk ist nicht möglich. Bei Oberflächenwasser müssen wir damit rechnen, dass wir diese Medikamentenanteile und antibiotische Substanzen zu uns nehmen. Zukunftsproblem: Bedingt durch den demografischen Wandel werden immer mehr Menschen älter und nehmen immer mehr Medikamente zu sich mit größerer Belastung für Umwelt und Menschen. Was man noch nicht weiß, wie diese Medikamente sich in der Umwelt äußern. Auswirkung auf Wasserlebewesen wie Fischpopulationen erfolgen bereits. Experten äußern öffentlich, dass die Arzneimittelkonzentrationen im Trinkwasser noch gering sei und dass man noch nicht mit schweren Wechselwirkungen rechnen muss.

Problem Multiresistente Keime

Multiresistente Keime werden in Oberflächengewässern wie Seen und Flüsse nachgewiesen. Die Entstehung findet in Krankenhäusern und bei der Massentierhaltung statt. 5% der Deutschen tragen bereits einen multirestenten Bakterienstamm in sich. Das Immunsystem hält sie unter Kontrolle, aber zum Problem werden sie, wenn sie ins Blut gelangen. Multirestente Keime gehen mit Bakterien neue Verbindungen ein und so könnten Krankheitserreger entstehen, gegen die kein Mittel mehr hilft. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Menge multiresistenter Keime.

Blei im Trinkwasser

Bis 1973 wurden in Deutschland Bleirohre verbaut und können in Altbauten noch vorhanden sein. Dadurch kann die Bleikonzentration im Trinkwasser ansteigen. Das ist besonders für Säuglinge gefährlich und kann zur Schädigung des Nervensystems und zur Schädigung der Blutbildung kommen. Kleine Verbindungsbauteile bei der Installation aus Blei reichen bereits aus, kritische Werte im Trinkwasser zu erreichen.

Bakterien: Legionellen im Wasser

Lebensgefährliche Bakterien bilden sich in unseren Hausanschlüssen und im Wassernebel beim Duschen. Über Aerosole im Wasserstaub gelangen Legionellen in die Lunge könne gefährlich werden und zu Legionellen-Infektion führen. Jeder 10te Infizierte stirbt an diesen Bakterien. 1.300 Fälle wurden in Deutschland 2017 gemeldet. Die Dunkelziffer wird höher eingeschätzt. Die Vermehrung von Legionellen erfolgt zwischen ca. 25-50°C. Besitzer von Ein- und Mehrfamilienhäusern sollten wöchentliche eine Erhöhung des Warmwassers auf über 70°C durchführen. Hotelbetreiber und öffentliche Einrichtungen sind in der Pflicht, das Wasser hochzuheizen.

Trinkwasser in Flaschen

Man kann nicht sagen, dass das Wasser in Flaschen generell besser ist. Stiftung Warentest und Ökotest haben festgestellt, dass ein erheblicher Anteil dieser Wässer erheblich mit Rückständen aus der Landwirtschaft und Industrie belastet ist. Auch darin finden man Chemikalien. Stille Wässer sind zum Teil auch mit Keimen belastet. Durchschnittlich trinken Europäer 106 Liter pro Person. 4/5 aller Europäer wollen lieber Trinkwasser aus der Flasche als aus dem Wasserhahn. Herstellung, Transport und Entsorgung sind aber ein großes Umweltproblem.

PET Flaschen MĂĽll

Möglichkeiten der Filterung

Filterstufen in Abwasser-, Klär- und Wasserwerken

  • Mechanische Reinigung, Feststoffe werden entfernt (Essensreste, Hygieneartikel, FeuchttĂĽcher…)
  • Fette und Ă–le werden durch Sand und Kies entfernt
  • Biologische Reinigung: Mikroorganismen spalten Kohlenstoffverbindungen
  • Chemische Reinigung: Eisensalze sollen WaschmittelrĂĽckstände entfernen

Klärschlamm: Die entfernten Stoffe werden verbrannt, fermentiert, in Gase gewandelt oder mit Auflagen auch als Dünger auf die Felder ausgebracht.

  • Filterung mit Ozon wirkt gegen HormonrĂĽckstände in einem gewissen Rahmen, es werden durch Ozon aber auch neue Problemstoffe erzeugt.
  • Filterung von PFC/PFAS und Aufbereitung mit Aktivkohlegranulat: Das Filtermedium ist porös und kann kritische Stoffe ausnehmen, ist aber nach einer gewissen Zeit gesättigt und kann keine weiteren Stoffe mehr aufnehmen, muss also regelmäßig ausgewechselt werden.
  • UV-Bestrahlung: UV wird zur Desinfektion eingesetzt und tötet DNA von Parasiten ab. Die Restbestandteile verbleiben aber im Wasser.
  • Chlor/Chlordioxyd zur Desinfizierung: Sofern Chlorung nur bis 50% durchgefĂĽhrt wird, geht angeblich keine Beeinträchtigung von Chlor aus. Viele Länder in Europa mĂĽssen aber Chlor-Volllast mit 100% fahren.
    Selbst der Leiter der Wasserwerke wĂĽrde das Wasser nicht trinken, wenn es so nach Chlor riecht.

Europäische Trinkwasserrichtlinie: In der EU-Trinkwasserrichtlinie werden Höchstwerte einheitlich festgelegt.

Quellen: Planet Wissen ARD Alpha

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